Aktualisiert im:  November  2009

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Nachrichten über Wale und Delfine

Wale Delfine und Menschen  

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Auch 2010:
Tagestour zu den Seehunden und Walen in Ostfriesland

Wittmund, 22. April 2010 (cetacea.de)
Am 19. Juni bietet Cetacea.de eine Tagesausflug zum Kennenlernen unserer heimischen Meeressäuger an.
Zum Tagesprogramm gehören eine Kutterfahrt zu den Seehundbänken vor Langeoog und der Besuch des Spiekerooger Umweltzentrums Wittbülten, wo eine Führung am Pottwalskelett stattfindet.
Die Exkursion wird von Cetacea.de Herausgeber Jan Herrmann geleitet und in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Friesland-Wittmund veranstaltet.
Die Abfahrt mit dem Bus findet ab Jever, Wittmund und Esens gegen 6.35 Uhr statt. Die Rückkehr wird gegen 20.00 Uhr erwartet.
Ein Bericht vom Ostfriesischen Meeressäugertag 2009 finden Sie im Archiv der Cetacea.de Nachrichten und in der neuen Ausgabe der FLUKE (Heft 19). Weitere Informationen zur Exkursion 2010 “Wale und Robben in Ostfriesland” finden Sie auf einer eigenen Seite von cetacea.de.

 

 

 

 

 

Die schleichende Vermüllung der Meere

 

Der Spülsaum der Meere, einst typisch vielfältig aus Resten von Algen und Muscheln, Holz, Vogelfedern und Seegras hat nichts mehr mit dem Strandgut von heute zu tun: Es besteht aus Zivilisationsmüll schlimmster Form, aus Verpackungen, Mobiliar, Garderobe, Unrat jeder Art, Plastik in jeder Form und Farbe und Metallschrott. Aber es kommt noch schlimmer: Nach Untersuchungen vor der schwedischen Westküste wimmelt es im Meerwasser nur so von mikroskopisch kleinen Plastikteilchen. Sie stammen z.B. vom Abrieb von Tauen, Tampen und Netzen aus Fischerei und Schiffsverkehr. Zwischen 200 und 100 000 solcher Teilchen fanden Wissenschaftler in einem Kubikmeter Meerwasser bei Stichproben.

Was das bedeutet, kann man allenfalls ahnen. In jedem Fall aber sind die Mikroteilchen hochgiftig.  Die Weltmeere verkommen zu einer gigantischen Mülldeponie. Und immer deutlicher wird, dass der menschliche Müll zur Todesfalle für unzählige Tiere wird. Meeressäuger, Schildkröten und tauchende Vögel, aber auch Fische, Wirbellose und Kleinlebewesen verfangen sich darin und sterben elendig. An einigen wenigen Stränden dieser Welt wird das Zeug wenigstens eingesammelt und vernichtet. Das aber ist die Ausnahme.

In den meisten Teilen der Welt ist man noch lange nicht so weit, die Errungenschaften menschlicher Zivilisation wenigstens zu entsorgen. Im Prinzip gilt seit 1989 ein weltweites Verbot, Plastik-Schiffsmüll ins Meer zu verbringen. Doch das kümmert kaum jemanden. Das Meer ist groß und unüberschaubar. Weltweit, davon geht das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) aus, kommen auf einen Quadratkilometer Ozean 18 000 Teile Plastikmüll. Davon sinken rund 70% früher oder später auf den Meeresboden, der Rest wird von den Meeresströmungen erfasst und dort zusammengeführt, wo sich die Strömung zentriert. Ein solcher hot spot für „Müllströme“ liegt z.B. im Nordostpazifik aber auch im Nordatlantik und im Indischen Ozean gibt es solche Müllströme.

Der Hauptmüllanteil ist Plastik. Dabei hat das Plastikzeitalter erst nach dem 2. Weltkrieg begonnen.  Auf den Inseln im Indischen Ozean werden fast drei Millionen Tonnen Müll pro Jahr produziert, von denen nur etwa 30% eingesammelt und vernichtet werden. Das meiste verliert sich im Meer – und wird zum Umweltproblem Nr.1.

Etwa 80% des Mülls im Meer stammen vom Festland und werden z.B. über Flüsse in die Ozeane verfrachtet. Der Rest stammt  von Standorten im Meer, wie Schiffen. In der Karibik erzeugen 35 Millionen Touristen allein auf Kreuzfahrtschiffen jährlich 700 000 Tonnen Müll, der zum Großteil an die Strände – und ins Meer – gelangt. Es fehlt an Sammeleinrichtungen und Vernichtungsmöglichkeiten für die Müllberge in den Häfen. Und obwohl Lebensmittelreste über Bord gehen dürfen, ist nicht immer nur das drin, was drin sein sollte. Jede Menge Plastik, mitgeschreddert, landet im Meer. Was an Müll an den Stränden liegen bleibt, versperrt z.B. jungen Seeschildkröten den Weg vom Geburtsstrand zum Wasser – meist mit tödlichen Folgen

Im kenianischen Schutzgebiet Kiunga sammeln Frauen regelmäßig die schmalen Strände frei. Tausende Flip-Flops, die die Küstenstreifen säumen, zerschneiden und verarbeiten die Einheimischen zu Souvenirs weiter, wie bunten Ohranhängern. Immerhin, so kommt der Unrat aus der Meeresumwelt, zumindest vorübergehend.

Fernab von Zivilisation und Tourismus, wie an den Küsten der dänischen Faröer, haben Wissenschaftler in mehr als 90% der tot angespülten Eissturmvögel Plastikteile in den Mägen gefunden. Vergleichbare Resultate bringen auch die Nordseewellen an den Strand.

Mehr als eine Million Seevögel und Abertausende von Schildkröten sterben jedes Jahr an den lange haltbaren Überresten von Plastikmüll. Sie verhungern bei vollem Magen an nicht verdaulichen Plastiktüten oder Luftballonresten, die sie für Nahrung in den leer gefischten Meeren halten. Längst haben Vogeleltern die Palette von Müll und Plastikteilchen in ihr Repertoire an Futter auch für ihre Brut aufgenommen. Sie stopfen Gift pur in die hungrigen Schnäbel ihrer Küken. Sie kennen und finden kaum mehr genügend natürliche Nahrung.  Viele krepieren qualvoll an Vergiftungen, weil sich die nur langsam auflösenden Materialien einige hundert Jahre halten.

Durch Lichteinflüsse, chemische Prozesse und Wellenbewegungen oder Reibung an Fels und Sand zerfällt das Plastik in Millimeter kleines Granulat und bunte Kügelchen. Nicht zuletzt über das Plankton gelangt es in die Mägen und ins Gewebe von Fischen und anderen Meerestieren. Zu Katalysatoren geworden, lagern sich an die Plastikteilchen im Plankton hochgiftige Substanzen, wie Insektizide oder das krebserregende PCB. Und über die Nahrungskette gelangt der ganze Giftcocktail  letztendlich auch auf den Tisch von uns Menschen.

In den Weltmeeren geistern Abermillionen von Quadratmeilen Netzwerk umher, die ziellos alles fangen, was zufällig in ihre Nähe kommt. Die so genannten Geisternetze stammen aus der Fischerei und sind versehentlich verloren gegangen oder kostengünstig entsorgt worden. Sie fangen und töten völlig sinn- und ziellos,  ohne dass die Fänge je nutzbar gemacht werden könnten – als Beifang.

Der Tsunami vom Dezember 2004 hatte gleich doppelt dramatische Folgen. Hunderttausende Fischernetze, Langleinen, Fischfallen und anderes Fanggeschirr wurden von den Stränden in die See gerissen. Die Fischer standen mit leeren Händen da. Die herrenlosen Fanggeschirre sind fast unverwüstlich und geistern Jahrzehnte lang weiter durch die Meere. Als „Killing Maschine“ werden sie schon jetzt Hunderttausende Fische das Leben gekostet haben, weiterhin Wale und Delfine, Schildkröten und Seevögel töten.

Es wird höchste Zeit, dass sich etwa die Internationale Konvention zur Vorbeugung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL) um das Müllproblem im Meer ernsthaft kümmert. Dass Verantwortliche oftmals  wissen, was man tun kann, um die Meere besser vor uns und unserer gnadenlosen Gleichgültigkeit zu schützen, sieht man z.B. an den Bestimmungen der „International Association for Antarctic Tour Operators“ (IAATO). Sie verlangt von ihren Mitgliedern, dass z.B. ab dem 60. Breitengrad von Schiffen kein Schweröl (Sondermüll) gefahren werden darf.

Sie verlangt auch, dass jeder Müll im Hafen entsorgt werden muss, um an dieser Stelle nur  zwei Beispiele zu nennen. Dass sich alle IAATO-Mitglieder  verpflichtet haben, die Tier- und Pflanzenwelt der Antarktis auch bei Ausflügen zu Pinguinen & Co. zu schützen, ist selbstverständlich. 

Petra Deimer, GSM

 

 

 

 

 

 

 

Robben / Kanada

Robbenfleisch – eine Herzensangelegenheit

„Wenn es denn eine Verlängerung der Amtszeit einbringt…“ mag sich Ihre Exzellenz, die kanadische Generalgouverneurin Michaelle Jean gedacht haben und nahm ein großes Messer in ihre sorgfältig manikürte Hand. Als ob sie beweisen wollte, dass Politikern nichts, aber auch gar nichts heilig ist um sich beim Volk beliebt zu machen, säbelte sie unter den Augen zufrieden lächelnder Inuit einer Robbe den Brustkorb auf, schnitt das blutige Herz raus und fraß es zumindest teilweise auf.

„Absolut delikat“ sei es gewesen, erklärte sie. Ihr Politikerkollege dagegen, der Senator Mac Harb, hat auch mal Robbenfleisch gegessen und geurteilt: „Der Geschmack ist grauenhaft.“

Der bizarre PR-Streit ums Fleisch der Meeressäuger ist eigentlich ein Nebenkriegsschauplatz, in Wahrheit geht es um die Frage, ob Robben weiterhin industriell gejagt und gehandelt werden sollen. Nachdem die USA und nun auch die EU die Einfuhr aller Robbenprodukte verboten haben, bleiben nur noch Russland und China als Importeure. Sie wollen vor allem Robbenfelle. Das Fleisch schmeißen auch die Inuit-Jäger fast immer weg. Also eigentlich kein Thema mehr. Zumal auch der Preis fürs Kilo Robbenfleisch in den letzten Jahren um zwei Drittel zurückgegangen ist.

Um das Thema doch noch am Köcheln zu halten, hat der Wirtschaftsausschuss verfügt, dass zukünftig auf der Speisenkarte der Parlamentskantine ein Robbengericht angeboten werden müsse.

Bevor sich nun herausstellen kann, wie viele der Senatoren und Abgeordneten Robbenfleisch zum Mittagessen bestellen, musste ein Lieferant gefunden werden. Die Jäger wollen Felle verkaufen, mit dem Fleisch haben sie nichts im Sinn. Schließlich wurde auf den Magdalen Inseln ein winziger Handelsposten gefunden, der sich bereit erklärt hat, der Parlamentskantine Robbenfleisch zu liefern.

Viel PR-Aufwand also. Man darf darauf wetten, dass nach einem Schau-Essen fürs Fernsehen, Robbengulasch, oder was immer es ist, klammheimlich wieder aus der Kantine verschwinden wird. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wird dann auch das massenhafte Schlachten von Robben an Kanadas Ostküste beendet. Die wichtigsten Märkte in Amerika und Europa wollen Robbenprodukte nicht mehr.

Fragt sich, ob sich die blutige Herzensmahlzeit der Generalgouverneurin Michaelle Jean auszahlt. Formal ist sie die Stellvertreterin von Königin Elizabeth II in Kanada. Ob Ihre Majestät im Buckingham Palace „amused“ ist bei der Vorstellung, wie ihrer Stellvertreterin das Robbenblut am Kinn herunterläuft? Das mit der zweiten Amtszeit ist also noch nicht gegessen.

Walter Karpf

 

 

 

 

Vortrag am 19. November 2009 in Emden

Emdens maritimes Erbe

Mensch und Wal - eine Kulturgeschichte durch drei Jahrtausende

Vortrag des Kölner Walfanghistorikers Klaus Barthelmess

um 19.30 Uhr im Forum der Volkshochschule, An der Berufsschule 3 in Emden

Ab 18.00 Uhr Einlass, Eintritt 2,00 Euro

Eine Veranstaltung des Fördervereins für ein ostfriesisches Schifffahrtsmuseum zu Emden e.V.

und der Seehafenstadt Emden

 

 

 

Pressemitteilung der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e.V (GSM)

 Wozu braucht Kanada die Robbenjagd?

 Weshalb sich das Land mit Begründungen schwer tut

 Von Ulrich Schnapauff

 
Kanada ist die siebtgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Das Land verfügt  auch immer noch über viel Natur, aber nicht minder bedeutend ist die Rolle des US-Nachbarn auf dem Gebiet der Hochtechnologie. Ein Beispiel dafür sehen wir täglich auf unseren Flughäfen: 70 Maschinen  in der Flotte der Lufthansa sind made in Canada. Hersteller: die kanadische Firma Bombardier.
 
Als Wirtschaftsfaktor ist die alljährliche Robbenjagd mit ihrem Umsatz von 15 bis 25 Mio kanadischen Dollar völlig unbedeutend. An Gesamt-Kanadas Bruttosozialprodukt macht der Anteil der Robbenjagd 0,0009 Prozent aus.
 
Weshalb dann setzt Kanada jedes Jahr seinen guten Ruf aufs Spiel und veranstaltet mit der Robbenjagd das weltweit größte Massaker an Meeressäugetieren? Sorgt dafür, dass wenige Wochen alte Tierbabys totgeschlagen, abgestochen und geschossen werden und Unmengen von Blut fließen und reinweißes Eis großflächig rot färben? Und damit in der ganzen Welt Abscheu erregt?
 
Wie kann ein Land so dumm sein?
 
Die kanadische Regierung wartet natürlich mit Argumenten auf. Sie sind aber nicht überzeugend und wechseln außerdem von Jahr zu Jahr. 
 
Zuallererst, als nach längerer Pause im Jahr 1996 die Robbenjagd wieder aufgenommen wurde, hieß es aus der Landeshauptstadt Ottawa: Die Robben haben uns den Kabeljau weggefressen und 20.000 Fischer arbeitslos gemacht.
 
Diese Behauptung sollte die verfehlte Überfischungs-Politik des Landes verdecken. Der Kabeljau taucht auf dem Speisezettel der Robben tatsächlich nur ganz unten auf. Inzwischen arbeitet Ottawa auch nicht mehr mit diesem Argument.
 
Wenn die Robben schuld gewesen wären am Zusammenbrechen der Kabeljaubestände, müssten sonst auch jetzt, da der Kabeljau nicht mehr da ist, verhungerte Robben zu Tausenden an die Küsten geschwemmt werden. Das ist aber nicht der Fall.
 
Dann hieß es: Im Handel mit den Penissen der männlichen Robben tut sich auf asiatischen Märkten ein großes Wirtschaftspotential auf. Mit dieser Verlockung war aber sehr bald Schluss, denn der kanadischen Regierung wurde klar, dass der Handel mit Penissen einer Kulturnation nicht gut zu Gesicht steht.
 
Als nächstes hieß es: Die Bekleidungsindustrien der Welt rufen nach den Fellen der Meeressäuger. Das war ganz schön geflunkert, denn ein Mangel an Bekleidung war weltweit nicht sichtbar. Speziell entwickelte Stoffe wie „polar fleece“ haben Felle längst ersetzt. Die Regierung musste deshalb erst einmal jede Menge Kommissionen in alle Länder der Welt schicken, um für Pelze zu werben.
 
Das Geschäft kam niemals so recht in Gang. Bezeichnend, dass man selbst in Kanada lange nach einem Laden suchen muss, in dem man ein Robbenfell-Produkt kaufen kann.
 
Irgendwann hieß die Parole dann: Robben-Öl. Der Tran der Tiere enthalte die – auch von Lachs, Makrele und Hering bekannten - wertvollen Omega-3-Fettsäuren, die Menschen vor dem Herzinfarkt bewahren könne. Aber von dem bevorstehenden dicken Geschäft so richtig überzeugt schienen  die Kanadier nicht zu sein. Vielfach verschwieg man die Quelle des Öls, die Robben, und ließ es als „marine oil“ firmieren, also als Öl aus dem Meer. 
 
Traurige Begebenheit am Rande: Mitten in der Kampagne für das gesunde Robbenöl brach ihr größter Propagandist, der neufundländische Fischereiminister und langjährige Konsument John Efford, gesundheitlich zusammen und bot nur noch ein Bild des Jammers.
 
Zur Zeit zaubern kanadische Regierungsvertreter ein neues Kaninchen aus dem Hut: Die Herzen der jungen Robben seien vorzüglich geeignet als Lieferanten neuer Herzklappen für Menschen. Auch mit den Speise- und Luftröhren der Tiere könnte man Menschen mit verkrebsten Röhren wieder zu einem lebenswerten Leben verhelfen.
 
Die Kanadier verweisen auf entsprechende Behauptungen eines griechischen Arztes. Eine Argumentation, hinter der ziemliche Verzweiflung stehen muss, denn die griechische Herzchirurgie spielt in der internationalen Liga dieses Fachs gar nicht mit. Deutsche Herzchirurgen erklären dazu: Es besteht überhaupt kein Mangel an Herzklappen, die vom Schwein gewonnen werden.
 
Also dürfte auch diese Kampagne bald ins Leere laufen.
 
Immer wieder präsentieren die kanadischen Medien Fischer von der Ostküste, die erklären, dass ihre Familien ohne Robbenjagd verhungern müssten. Es sind aber nur 4.400 Fischer, die sich an der Robbenjagd beteiligen. Alle anderen hungern? Von der neufundländischen Bevölkerung etwa  haben 99,5 Prozent mit der Robbenjagd gar nichts zu tun. Und hungern auch nicht.
                                                            
Wenn man die mit der Robbenjagd verbundenen inakzeptablen Grausamkeiten beiseite lässt und nur nach dem Wirtschaftswert fragt, hat das brutale Metier jedem Robbenjäger am Ende ganze 773 kanadische Dollar gebracht. Das sind etwa  500 Euro.
 
Verschwiegen wird dabei auch noch, dass offene und verdeckte Subventionen fließen. Sie dürften sich für die letzten Jahre wahrscheinlich auf 20 Mio kanadische Dollar summieren.
 
Noch grotesker ist es, wenn offizielle Websites der Regierung davon sprechen, dass diese Robbenjagd für die Inuit besonders wichtig ist. Glatter Unsinn: An der Robbenjagd an der Ostküste ist kein einziger Ureinwohner beteiligt. Die leben viel weiter nördlich.
 
Das vielfach gepflegte Image von Neufundland als einer Küstenregion, die vom Meer und von Meeresprodukten lebt, ist auch falsch. Die Provinz trägt sich hauptsächlich durch Holzwirtschaft; Bergbau und Tourismus. Der Anteil der Fischindustrie am Bruttosozialprodukt beträgt ganze 3,9 Prozent. Der Anteil der Robbenjagd: 0,064 Prozent. Weiter stark im Kommen ist der Tourismus. Mit Bootstouren zur Beobachtung von Walen nimmt Neufundland mehr ein als mit der Robbenjagd.
 
Sehen dies die Kanadier nicht selbst? Sie sehen es. Aber hinter vorgehaltener Hand sagen uns Leute aus Ottawa, was das eigentliche Problem ist: Die kanadische Ostküste ist im Vergleich zur Westküste mit Vancouver als Zentrum unterentwickelt. Die Bewohner sind konservativ, beharren auf alten Traditionen und zeigen sich für Neues nicht aufgeschlossen. In den Wintern kommt der Fischfang zum Erliegen. Ganze Teile der Bevölkerung hängen untätig herum. Da eignet sich die Robbenjagd als Beschäftigungstherapie.
Hinzu kommt natürlich der Irrglaube nicht nur der kanadischen, sondern aller Fischer dieser Welt: Die Robben fressen uns die Fische weg. Deshalb müssen sie weg.
Irgendwann wird Kanada erkennen, dass die Robbenjagd wenig Sinn macht. Fragt sich nur: wann? 
 
 
Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere e.V.
Kieler Str. 2
25451 Quickborn
info@gsm-ev.de
www.gsm-ev.de

 

 

 

Verstümmelte Schweinswale an niederländischer Küste angeschwemmt

Über 100 zum Teil furchtbar zerstückelte Schweinswal-Kadaver wurden in den letzten drei Monaten an Strände der niederländischen Wattenmeerinseln Texel und Vlieland sowie in Nordholland angeschwemmt. „Etwa 30 Kadaver hatten eindeutig durch Messer verursachte Schnitte durch Haut und Speckschicht, einige waren teilweise skelettiert worden“, berichtet ein Sprecher der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). GRD und Mitarbeiter des niederländischen Forschungszentrums IMARES vermuten, dass Fischer auf diese Weise ihre Beifänge vertuschen wollten. Zerstückelte Kadaver verschwinden schneller im Meer, werden von Krebsen schneller aufgefressen. Doch die grausame Rechnung ging nicht auf, Westwinde spülten zumindest einen Teil der toten Schweinswale an Land.

Rätselhaft bleibt, wer die Täter waren und welche Fischerei für diesen extrem hohen Meeressäugerbeifang verantwortlich ist. Netzabdrücke mit der Maschenweite 8 cm auf der Haut der Schweinswale deuten auf die Schollenfischerei hin. Allerdings spielt die Grundstellnetzfischerei auf Schollen vor der niederländischen Küste nach offiziellen Angaben nur eine untergeordnete Rolle. Weder niederländische Fischer noch offizielle Beobachter an Bord niederländischer Stellnetzkutter berichteten auffällig hohe Beifangzahlen. Dies spräche dafür, dass hier ausländische Fischer oder illegal

Wale und Delfine vor dem grausamen Beifangtod. Publikation einer Verbraucher-Checkliste mit den bestätigten delfinsicheren Thunfischmarken Peru: Kampf gegen die illegale Delfinjagd, Dynamitfischerei und Meeresverschmutzung. Projektpartner: ACOREMA (Meeresschutzorganisation, Peru) Adria (Kroatien): Schutzprojekt zur Rettung der letzten ca. 220 Adria-Delfine. Projektpartner: Delfinschutzorganisation VAL (Zagreb), tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb Spanien / La Gomera: Aufbau von ökologischem Wal- und Delfinbeobachtungstourismus, Einrichtung eines Delfinschutzzentrums. Projektpartner: M.E.E.R. e.V. (Berlin) Mosambik: Einrichtung eines Schutzgebiets für eine kleine Population von Indopazifischen Buckeldelfinen bei der Inhaca-Insel (Bucht von Maputo). Projektpartner: Universität Maputo, Naturhistorisches Museum Maputo Dominica: Aufbau und Einrichtung der ersten Walforschungsstation in der Karibik, Etablierung eines Pottwal- und Meeressäugerschutzgebietes Nord- und Ostsee: Schutz unserer bedrohten heimischen Schweinswale. Projektpartner: NABU, BUND, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, lokale Behörden und Nationalparkverwaltungen. „Um Hilfe können Delfine nicht rufen, aber die Signale sind deutlich: ihre Anzahl geht weltweit zurück“, warnt Rollo Gebhard. Helfen Sie mit, das Aussterben der sympathischen Meeressäuger in den Weltmeeren zu verhindern.

Weitere Informationen auf den Webseiten:

Delphinschutz
Delfinprojekt
Thunfischliste
Jahrdesdelfins
Weserwale
Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere